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Kurzzusammenfassung
Ohne Nachweis der Krankenversicherung schreibt dich keine deutsche Hochschule ein, und dieser Nachweis hat eine feste technische Form: eine elektronische M10-Meldung, die eine deutsche gesetzliche Krankenkasse direkt an die Hochschule schickt. Nur eine deutsche Kasse kann sie erzeugen. Genau daran scheitert die günstige Police, die du fürs Visum abgeschlossen hast, denn sie kann das Dokument nicht liefern, auf das das Immatrikulationsbüro wartet. Wer unter 30 und immatrikuliert ist, gehört in die studentische Pflichtversicherung (KVdS) zum Festbetrag von €87.38 plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung, was bei den meisten Studierenden bei rund 146 Euro im Monat landet. Dieser Guide für 2026 klärt, wer hineinkommt, was TK und Barmer tatsächlich kosten, was an deinem 30. Geburtstag passiert, warum Sprachkurs- und Studienkolleg-Teilnehmer komplett außen vor sind, und welches Formular dich für dein ganzes Studium aus der gesetzlichen Kasse aussperrt.

« Jeden Oktober dieselbe Geschichte: Jemand schließt fürs Visum eine billige Incoming-Police ab, und dann lehnt die Hochschule sie bei der Einschreibung ab. Frag deine Hochschule, was sie akzeptiert, bevor du irgendetwas kaufst. »
1. Das Dokument, das deine Hochschule wirklich will
Immatrikulationsbüros wollen keine Policenbescheinigung, kein PDF eines ausländischen Versicherers und keinen Ausdruck deiner Reisekrankenversicherung. Seit Januar 2022 läuft an jeder staatlich anerkannten deutschen Hochschule ein elektronisches Meldeverfahren, der Papierweg ist abgeschafft. Deine Krankenkasse übermittelt eine Meldung mit dem Meldegrund M10 direkt an die Hochschule und bestätigt damit deinen Versicherungsstatus. Ohne M10 keine Immatrikulation.
Der Punkt, an dem internationale Studierende hängenbleiben: Nur deutsche gesetzliche Krankenkassen können eine M10-Meldung erzeugen. Eine private Incoming-Police, eine EHIC-Karte oder ein Versicherer aus deinem Heimatland kann das nicht, so gültig der Schutz selbst auch sein mag. Selbst wer berechtigt von der Versicherungspflicht befreit ist, braucht eine deutsche Krankenkasse, die genau diese Befreiung per M10 meldet.
Die Reihenfolge zählt also. Wende dich vor der Anreise an eine deutsche gesetzliche Kasse, spätestens in deinen ersten Tagen hier. Gib ihnen deine Bewerber- oder Studierendennummer und die Absendernummer der Hochschule, dann geht die Meldung raus. Die Kassen erledigen das in wenigen Werktagen, aber der Oktober ist ihre Hochsaison: Wer Ende September anfragt, steht mit Zehntausenden anderen in derselben Schlange.
2. Wer in die studentische Pflichtversicherung kommt
Die studentische Versicherung nach §5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V ist eine Pflichtversicherung zum subventionierten Festpreis, kein Rabatt, den du aushandelst. Du fällst hinein, wenn du an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben bist und dein 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.
Mehr ist es 2026 nicht. Eine ältere Regel schnitt Studierende zusätzlich nach dem 14. Fachsemester ab, und du findest sie noch auf reichlich Ratgeberseiten, aber der Gesetzgeber hat diese Grenze zum 1. Januar 2020 gestrichen. Lange Studiengänge werfen dich nicht mehr aus der studentischen Versicherung. Dein 30. Geburtstag schon.
Die Altersgrenze lässt sich in definierten Fällen dehnen. Wer die Hochschulzugangsberechtigung über den Zweiten Bildungsweg erworben hat oder wessen Studium sich durch Krankheit, Behinderung oder Pflege von Angehörigen verzögert hat, bekommt eine Verlängerung im Einzelfall geprüft. Frag schriftlich und rechne damit, den Grund belegen zu müssen.
3. Was die KVdS 2026 kostet
Der Beitrag ignoriert dein Einkommen. Er wird aus dem BAföG-Bedarfssatz von 855 Euro im Monat berechnet, wodurch der Preis identisch bleibt, ob du nebenher Nachhilfe gibst oder gar nichts verdienst.
| Bestandteil | Satz | Monatsbetrag | |---|---|---| | Krankenversicherung Basis | 10,22% von 855 Euro | €87.38 | | Zusatzbeitrag der Kasse | 2,69% bei TK / 3,29% bei Barmer | 23,00 Euro / 28,13 Euro | | Pflegeversicherung, kinderlos ab 23 | 4,2% | €35.91 | | Pflegeversicherung, unter 23 oder mit Kind | 3,6% | €30.78 |
Zusammengerechnet zahlt eine kinderlose Studentin ab 23 rund 146,29 Euro im Monat bei der TK und 151,42 Euro bei der Barmer. Unter 23 sinkt der TK-Wert auf etwa 141,16 Euro. Der Basisbeitrag von €87.38 hat sich seit dem Wintersemester 2024/25 nicht bewegt, die einzige echte Variable zwischen den Kassen ist also der Zusatzbeitrag.
Diese Spanne macht bei den beiden Kassen oben etwa 62 Euro im Jahr aus. Englischsprachiger Service wiegt für die meisten internationalen Studierenden schwerer als fünf Euro im Monat, also wäge beides ab.
TK (Techniker Krankenkasse)
Top Benefits
- Voted Germany's best health insurance
- Excellent English customer service
Keep in Mind
- Slightly higher additional contribution rate
Key Details
Die Barmer liegt am oberen Ende der Zusatzbeitragsspanne, betreibt aber einen eigenen englischsprachigen Studierenden-Service. Wenn du gesetzliche Kassen über den Studententarif hinaus vergleichen willst, geht unser Guide zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland auf Service, Apps und Erstattung im Detail ein.
4. Kostenlos über die Eltern mitversichert (Familienversicherung)
Ist ein Elternteil in der deutschen gesetzlichen Kasse versichert, kannst du bis zum 25. Geburtstag beitragsfrei mitversichert bleiben. Dein eigenes Einkommen darf dabei €565 im Monat nicht übersteigen, bei einem Minijob sind es €603.
Zwei Punkte, die Expats hier falsch einschätzen. Das Elternteil muss in der deutschen gesetzlichen Kasse sein, ein in Polen oder Italien versicherter Vater öffnet diese Tür nicht. Und mit 25 endet die Beitragsfreiheit, mit engen Ausnahmen für Freiwilligendienste und Behinderung. Danach rutschst du in die KVdS und zahlst die Beiträge aus Abschnitt 3.
5. Über 30, Sprachkurs oder Studienkolleg
Drei Gruppen stehen außerhalb der studentischen Versicherung und sollten ihre Optionen genauer prüfen.
Studierende über 30. Die studentische Pflichtversicherung endet. Du kannst als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kasse bleiben, aber die Kasse berechnet den Beitrag dann aus deinem tatsächlichen Einkommen gegen eine Mindestbemessungsgrundlage, was typischerweise deutlich über dem Studententarif liegt. Private Absicherung wird an diesem Punkt ernsthaft konkurrenzfähig, besonders für Promovierende ohne Anstellung.
Sprachkurs- und Studienkolleg-Teilnehmer. Du bist noch nicht an einer Hochschule immatrikuliert, also ist die KVdS für dich per Gesetz geschlossen. Gesetzliche Kassen dürfen dich nicht aufnehmen, auch wenn du fragst. Für die Vorbereitungszeit brauchst du eine private Incoming-Police und wechselst in die KVdS, sobald du im Studiengang selbst eingeschrieben bist.
Promovierende. Es kommt auf den Status an. Immatrikuliert und unter 30 hält dich in der KVdS. Eine Anstellung auf einer Forschungsstelle macht dich zur normalen Arbeitnehmerin mit einkommensabhängigen Beiträgen. Ein Stipendium ohne Immatrikulation führt meist zu freiwilliger oder privater Versicherung.
Kauf für die Incoming-Zeit eine Police, die dafür geschrieben ist, und keinen Reisetarif. Reisekrankenversicherungen schließen oft genau die Situationen aus, die ein längerer Aufenthalt produziert, und Botschaften lehnen sie zunehmend ab.
Care Concept
Top Benefits
- Extremely affordable for new arrivals
- Accepted by all German embassies for visa applications
- Quick PDF certificate for your appointment
Keep in Mind
- Basic coverage only (no pre-existing conditions)
- Website feels slightly outdated
Key Details
Visum und Immatrikulation sind zwei verschiedene Prüfungen
Eine Police, die der Botschaft fürs Visum reicht, reicht deiner Hochschule bei der Einschreibung noch lange nicht. Das Visum fragt, ob du versichert bist. Die Hochschule verlangt eine M10-Meldung, die nur eine deutsche gesetzliche Kasse verschickt. Plane für beides und frag deine Hochschule schriftlich, was sie akzeptiert, bevor du etwas bezahlst.
6. Das Formular, das die Tür zuschlägt
Studierende können sich nach §8 SGB V von der Versicherungspflicht befreien lassen und stattdessen privat versichern. Der Antrag läuft über eine gesetzliche Kasse und muss sie innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht erreichen.
Sei dir im Klaren, was du unterschreibst. Die Befreiung ist unwiderruflich. Sie gilt für dein gesamtes Studium und bindet auch jede andere gesetzliche Kasse, ein Kassenwechsel setzt sie also nicht zurück. Ändern sich deine Umstände im dritten Semester und die gesetzliche Kasse wäre jetzt die bessere Wahl, bleibt die Tür bis zum Ende dieses Studiums zu.
Auf ein späteres, eigenständiges Studium erstreckt sie sich nicht automatisch, es sei denn, der neue Studiengang schließt nahtlos oder nach höchstens einem Monat Pause an.
Private Absicherung kann für jemanden über 30 funktionieren, der gesund ist und sicher weiß, dass er dabei bleiben will. Für eine 22-Jährige, die damit dreißig Euro im Monat spart, ist der Tausch meist schlecht, denn Prämien steigen mit dem Alter, während der Studententarif das nie tut. Lies unseren Vergleich gesetzlich gegen privat, bevor du eine Befreiung unterschreibst.
7. Deine Checkliste zur Einschreibung
- Wähle eine deutsche gesetzliche Kasse, bevor du reist, oder in deiner ersten Woche. TK und Barmer betreiben beide englischsprachige Studierenden-Teams.
- Schick ihnen deine Einschreibedaten samt Absendernummer der Hochschule und fordere die M10-Meldung an.
- Bestätige, dass die M10 angekommen ist, statt es anzunehmen. Das ist die mit Abstand häufigste Verzögerung.
- Richte das Lastschriftmandat ein. Beiträge sind monatlich fällig und starten mit der Immatrikulation, nicht mit deiner ersten Vorlesung.
- Trag deinen 30. Geburtstag ein Semester im Voraus ein und frag deine Kasse, was aus deinem Beitrag wird.
- Beim Sprachkurs organisierst du Incoming-Schutz für die Vorbereitungszeit und planst den Wechsel in die KVdS zur Immatrikulation.
Steht die Versicherung, folgen Sperrkonto und Studentenkonto auf der Liste, und unser Guide zum Studium in Deutschland führt durch die Einschreibung von Anfang bis Ende.
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Über Oliver
Gründer von expats.de, ehemaliger Bankfachwirt (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung im Bankwesen und zertifizierter §34d Versicherungsmakler. Seit 2014 hat Oliver über 10.000 Expats geholfen. Olivers ganze Geschichte lesen →
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