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Kurzzusammenfassung
Die Frühstart-Rente zahlt 10 € im Monat in ein Altersvorsorgedepot auf den Namen deines Kindes, vom sechsten Geburtstag bis zum Monat vor dem 18. Wer alle zwölf Jahre in Deutschland lebt, bekommt 1.440 €. Entscheidend ist der gemeldete erste Wohnsitz des Kindes in Deutschland, nicht der Pass. Gefördert werden nur Kinder ab Jahrgang 2020, und das Geld bleibt bis zur Rente gebunden, in der Regel nicht vor 65. Für Ausbildung, Führerschein oder die erste Wohnung bleibt das Junior-Depot zuständig.
Stand 26. Oktober 2026: Bundesrat steht aus
Der Bundestag hat das Gesetz zur Frühstart-Rente am 16. Oktober 2026 beschlossen. Es braucht die Zustimmung des Bundesrats, und die fehlt noch. Der Finanzausschuss des Bundesrats berät am 5. November 2026, ein Termin im Plenum ist nicht veröffentlicht. Geplanter Start ist der 1. Januar 2027. Dieser Ratgeber beschreibt das Gesetz in der Fassung des Bundestags, nicht geltendes Recht. Nach der Abstimmung im Bundesrat ziehen wir ihn nach.

Viele Eltern hören „geschenktes Geld fürs Kind“ und denken an ein Sparbuch. Dieses Geld gehört zur Rente deines Kindes. Dein Kind sieht es mit 65, nicht mit 18.
expats.de erklärt internationalen Familien seit 2014 deutsche Geldentscheidungen. Grundlage dieses Ratgebers ist der Text, den der Bundestag beschlossen hat: der Regierungsentwurf (Drucksache 21/7864) in der Fassung des Finanzausschusses (21/8606), dazu die Antworten der Bundesregierung auf zwei Kleine Anfragen. Wo das Gesetz eine Frage nicht klärt, steht das hier so. Das Produkt für Erwachsene nach denselben Regeln erklärt unser Ratgeber zum Altersvorsorgedepot.
Was die Frühstart-Rente ist
Der Bund zahlt 10 € für jeden Monat, in dem dein Kind die Voraussetzungen erfüllt. Der Anspruch beginnt mit dem Monat des sechsten Geburtstags und endet mit dem Monat vor dem 18. Geburtstag. Das sind 144 Monate, also 1.440 €, wenn dein Kind die ganze Zeit in Deutschland lebt.
Das Geld landet nicht auf deinem Girokonto. Der Staat überweist es vierteljährlich und rückwirkend an den Anbieter eines zertifizierten Altersvorsorgevertrags auf den Namen deines Kindes. Dieser Vertrag ist ein Standarddepot, die einfachste Form des neuen Altersvorsorgedepots: Der Anbieter wählt zwei Fonds aus und schichtet das Geld vor der Rente in den sichereren um.
Du und andere Angehörige dürfen zusätzlich einzahlen, bis zu 6.840 € im Kalenderjahr. Auch Großeltern können das. Wer als Dritter einzahlt, kann diese Beträge nicht von der Steuer absetzen, und mehr Geld vom Staat bringen sie auch nicht. Der staatliche Betrag bleibt bei 10 € im Monat, egal wie viel du dazugibst.
Welche Jahrgänge gefördert werden
Die Frühstart-Rente beginnt mit dem Jahrgang 2020. Diese Kinder bekommen die Zahlungen für 2026 rückwirkend, ausgezahlt ab 2027. Der Jahrgang 2021 kommt 2027 dazu, danach jedes Jahr der neue Jahrgang der Sechsjährigen. Wer am 1. Januar 2020 geboren ist, bekommt für Januar 2026 den doppelten Monatsbetrag; das hat der Finanzausschuss ergänzt.
Eine Nachholung für ältere Kinder gibt es nicht. Ein Kind aus dem Jahrgang 2019 oder früher bekommt nie Frühstart-Rente, auch wenn es beim Start erst sieben ist. Einen Vertrag kannst du trotzdem abschließen, laut Gesetz aber „ohne staatliche Zuwendungen“. Einen Antrag, alle Kinder von 6 bis 17 einzubeziehen, hat der Bundestag abgelehnt.
Für internationale Familien ist das die erste Prüfung. Sind deine Kinder vor 2020 geboren, beschreibt der Rest dieses Artikels ein Produkt, das ihnen nichts bringt. Ein Junior-Depot steht jedem Alter offen.
Wohnsitz statt Pass: was für Expat-Familien zählt
Zwei Bedingungen entscheiden. Dein Kind muss mit erstem Wohnsitz in Deutschland gemeldet sein, und es braucht eine deutsche Steuer-ID. Die Staatsangehörigkeit erwähnt das Gesetz nicht. Die Begründung lehnt den Schulbesuch als Kriterium ausdrücklich ab und stellt klar, dass der Wohnsitz der Eltern keine Rolle spielt. Es zählt allein die Meldung des Kindes.
Auch an das Kindergeld knüpft die Frühstart-Rente nicht an. Das Bundeszentralamt für Steuern prüft den Anspruch über die Kinderdaten, die es für die Lohnsteuer speichert. Die Begründung hält außerdem fest, dass die Frühstart-Rente keine Familienleistung im Sinne der EU-Verordnung 883/2004 ist, also der Regeln, nach denen EU-Staaten Familienleistungen untereinander abstimmen.
Hat dein im Ausland geborenes Kind noch keine deutsche Steuer-ID, vergibt das Bundeszentralamt für Steuern eine. Eine später vergebene Steuer-ID wirkt auf die Monate zurück, in denen dein Kind die übrigen Voraussetzungen schon erfüllt hat. Melde zuerst die Adresse an; unser Anmeldeformular-Werkzeug füllt das amtliche Formular für fünf Städte aus.
So wirkt das Gesetz in typischen Expat-Situationen:
| Situation | Was das Gesetz sagt |
|---|---|
| Kind ab Jahrgang 2020 zieht mit 9 nach Deutschland | Geld nur für Monate mit gemeldetem ersten Wohnsitz in Deutschland. Die Monate vor dem Umzug entfallen. |
| Kind vor Jahrgang 2020 zieht nach Deutschland | Keine Frühstart-Rente, in keinem Alter. |
| Kind lebt bei einem Elternteil im Ausland, der andere Elternteil in Deutschland | Kein Anspruch, solange der erste Wohnsitz des Kindes im Ausland liegt. Der Wohnsitz der Eltern zählt nicht. |
| Kind mit Wohnsitzen in zwei Ländern, geteiltes Sorgerecht | Keine eigene Regel. Es zählt nur der gemeldete erste Wohnsitz. Offen, wie Behörden Grenzfälle behandeln. |
| Familie zieht weg, als das Kind 12 ist | Die Zahlung endet mit dem Monat des Wegzugs. Das Guthaben bleibt angelegt und wird zunächst nicht zurückgefordert. Kommt das Kind zurück, fließt das Geld wieder. |
Was nach dem Wegzug mit dem Geld passiert
Laut Bundesregierung löst ein Umzug ins Ausland für sich allein keine Rückzahlung aus. Das Geld bleibt im Vertrag. Endgültig bewertet wird zu Beginn der Auszahlungsphase, nach § 95 Einkommensteuergesetz zusammen mit §§ 93 und 94. Bei anderen geförderten Altersvorsorgeverträgen behandelt § 95 einen Wohnsitz außerhalb von EU und EWR ab Beginn der Auszahlungsphase wie eine schädliche Verwendung: Die Förderung wird zurückgefordert.
Was diese Bewertung für das Geld aus der Frühstart-Rente bedeutet, ist offen. Weder das Gesetz noch die Begründung sagen es. Lebt dein Kind im Ruhestand womöglich außerhalb von EU und EWR, trägt der staatliche Teil dieses Depots diese Unsicherheit über Jahrzehnte. Für deine eigenen Zuzahlungen gilt etwas anderes: Laut Gesetzentwurf lassen sie sich samt Erträgen nach den Vertragsbedingungen entnehmen.
Wie das Geld ins Depot kommt
Beantragen musst du nichts. Schließt du für dein Kind einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag ab, gilt der Anbieter als bevollmächtigt, die Frühstart-Rente bei der zentralen Stelle der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen. Widersprechen kannst du vor Vertragsschluss. Gefördert wird je Kind nur ein Vertrag.
Der Finanzausschuss hat den Kostenschutz ergänzt. Auf den staatlich finanzierten Teil dürfen Anbieter bis zur Auszahlungsphase keine Abschluss- und Vertriebskosten berechnen, und ein Anbieterwechsel kostet nichts. Bis zum 18. Geburtstag lässt sich das Guthaben nur vollständig auf ein anderes Standarddepot übertragen. Ab 18 kann dein Kind es auf jeden zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen.
Schließt du keinen Vertrag ab, ist das Geld nicht verloren. Der Bund legt es für alle Kinder ohne Vertrag gesammelt an, in einem Sondervermögen, das am 1. Januar 2028 startet. Verwaltet wird es von der Deutschen Bundesbank, und der Ausschuss hat die Anlage auf breit gestreute globale Aktien und Aktienfonds beschränkt. Einen Ausgleich für Verluste gibt es nicht. Dein Kind kann später einen eigenen Vertrag abschließen und seinen Anteil als Startkapital erhalten, wenn es den Vertrag vor dem 35. Geburtstag unterschreibt. Was niemand abruft, fließt an den Bundeshaushalt zurück; vorher müssen die Berechtigten informiert werden.
Gebunden bis zur Rente
Die Frühstart-Rente ist Altersvorsorge im engen Sinn. Das Gesetz erlaubt die Auszahlung nur als Altersleistung nach dem Zertifizierungsgesetz, und laut Bundesregierung ist sie in der Regel nicht vor 65 möglich. Eine Ausnahme nennt das Gesetz: Das Geld darf in eine selbst genutzte Wohnung deines Kindes fließen, nach den Regeln der Eigenheimrente in § 92a Einkommensteuergesetz; laut Gesetzesbegründung etwa, nachdem das Guthaben auf einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen wurde. Niemand kann das Guthaben beleihen, verkaufen oder pfänden. Bis zum 18. Geburtstag lässt sich der Vertrag nur für den Teil aus eigenen Einzahlungen kündigen oder zu einem anderen Anbieter übertragen.
Die Steuer folgt dem Muster deutscher Altersvorsorgeverträge. Die monatlichen Zahlungen sind kein steuerpflichtiges Einkommen, und Erträge im Depot bleiben in der Ansparphase unversteuert. Die Auszahlung wird später nach § 22 Nr. 5 Einkommensteuergesetz besteuert. Der Teil aus staatlichem Geld ist voll steuerpflichtig, der Teil aus eigenen Zuzahlungen wird günstiger behandelt. Stirbt ein Kind vor 18, fordert der Staat nichts zurück.
Für deine Planung heißt das: Rechne die Frühstart-Rente zur Rente deines Kindes, nicht zum Polster für seine Zwanziger.
Was das Gesetz offenlässt
Auf diese Fragen gibt das Gesetz beim hier geprüften Stand keine Antwort. Die Liste hilft dir, bei der zuständigen Stelle gezielt nachzufragen oder auf amtliche Hinweise zu warten:
- Bürgergeld, BAföG und Wohngeld. Das Gesetz regelt nicht, ob das Guthaben als Vermögen zählt. Die Bundesregierung meint, beim Bürgergeld zähle es nicht, solange dein Kind minderjährig ist. Das steht in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage, nicht im Gesetz. Für BAföG und Wohngeld verweist sie nur auf die Regeln der jeweiligen Leistung. Offen.
- Wohnsitz außerhalb von EU und EWR im Ruhestand. Die endgültige Bewertung nach § 95 beginnt mit der Auszahlungsphase. Was sie von der Frühstart-Rente zurückfordert, ist offen.
- Getrennte Haushalte. Geteiltes Sorgerecht über zwei Länder und Doppelwohnsitze haben keine eigene Regel. Es zählt nur der gemeldete erste Wohnsitz.
- Die Abstimmung im Bundesrat. Ohne Zustimmung gibt es kein Gesetz. Der Termin ist offen.
Frühstart-Rente oder Junior-Depot: welches Geld wofür
Die beiden Produkte beantworten verschiedene Fragen. Ein Junior-Depot hält Geld, über das dein Kind mit 18 selbst verfügt: für die Ausbildung, den Führerschein, ein Auslandssemester oder die Kaution der ersten Wohnung. Die Frühstart-Rente hält Geld für die Rente deines Kindes. Deine Familie kann beides haben, und die staatliche Zahlung hängt nicht davon ab, ob es ein Junior-Depot gibt.
| Alter deines Kindes | Frühstart-Rente | Junior-Depot |
|---|---|---|
| Unter 6 | Noch keine Zahlung. Ab Jahrgang 2020 beginnt der Anspruch mit dem sechsten Geburtstag. | In jedem Alter möglich. Das Geld gehört dem Kind. |
| 6 bis 17 | Ab Jahrgang 2020 und in Deutschland gemeldet: 10 € im Monat ins Standarddepot. Vor Jahrgang 2020: nichts. | Wie bisher. Die Eltern verwalten es bis 18. |
| Ab 18 | Keine neuen Zahlungen. Ohne Vertrag lässt sich der gesammelte Anteil bis 35 abrufen. | Dein Kind übernimmt und entscheidet selbst. |
Drei Fragen klären, was zu deiner Familie passt:
- Wann braucht dein Kind das Geld? Vor 65: Junior-Depot oder Tagesgeld. Für die Rente: Das erledigt die Frühstart-Rente, Zuzahlungen stocken sie auf.
- Wie wahrscheinlich ist später ein Leben außerhalb der EU? Die offene Frage zu § 95 wiegt schwerer für Familien, die sich in den USA, in Asien oder im Vereinigten Königreich niederlassen könnten.
- Wer soll mit 18 entscheiden? Ein Junior-Depot geht an dein Kind über. Die Frühstart-Rente bleibt bis zur Rente gebunden.
Für ein Kinderdepot, das vor der Rente verfügbar ist, vergleichst du die Bedingungen im Junior-Depot-Vergleich oder beantwortest zwei Fragen im Kinderdepot-Finder. Unser Kinderdepot-Ratgeber erklärt Unterlagen, Geldgeschenke und die Übergabe mit 18, der Ratgeber zu Kinderdepot-Steuern die Freibeträge.

Über Oliver
Gründer von expats.de, ehemaliger Bankfachwirt (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung im Bankwesen und zertifizierter §34d Versicherungsmakler. Seit 2014 hat Oliver über 10.000 Expats geholfen. Olivers ganze Geschichte lesen →
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