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Der Rundfunkbeitrag (GEZ): Deutschlands TV- und Radiosteuer

Oliver Frankfurth
Oliver Frankfurth
March 2026
8 min

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Guiding expats since 2014.

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Kurzzusammenfassung

Kurz nach dem Einzug in Ihre neue deutsche Wohnung liegt ein gelb-brauner Umschlag im Briefkasten. Der "Beitragsservice" (allgemein bekannt als GEZ) fordert 18,36 € pro Monat von Ihnen. Diesen Brief in den Müll zu werfen, weil Sie "weder einen Fernseher besitzen noch deutsches TV schauen", ist ein extrem teurer Fehler. Der deutsche Rundfunkbeitrag ist eine Pflichtabgabe für jede Wohnung, völlig unabhängig von Ihrer Mediennutzung. In unseren 11 Jahren Expat-Beratung sehen wir ständig, wie ignorierte GEZ-Briefe zu gesperrten Bankkonten, Inkassobüros und massivem Ärger führen. Dieser Leitfaden für 2026 dekonstruiert das System: Erfahren Sie, wie Sie die GEZ-Zahlung in einer WG korrekt aufteilen, wer sich legal befreien lassen kann und wie Sie die Gebühr bei Verlassen des Landes stoppen.

Oliver
Oliver, Expat Bureaucracy Expert
"

« German bureaucracy is rigid but predictable. Treating your applications like legal documents rather than marketing flyers is the secret to getting a fast YES from any German office. »

1. Was exakt ist die GEZ / der Rundfunkbeitrag?

Der Rundfunkbeitrag (früher GEZ) finanziert die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD, ZDF, Deutschlandradio, funk).

Dieses System soll sicherstellen, dass die Medien unabhängig von staatlicher Einmischung und Werbedruck bleiben. Es basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt geurteilt: Diese Gebühr ist zu 100 % rechtmäßig, völlig egal, ob Sie mit dem Programm einverstanden sind oder nicht.

Die "wohnungsbezogene" Regel (Der größte Expat-Irrtum)

Bis 2013 mussten Sie die Gebühr nur zahlen, wenn Sie tatsächlich ein empfangsbereites Gerät (TV, Radio) in der Wohnung stehen hatten.

Dieses System existiert nicht mehr.

Heute ist die Gebühr wohnungsbezogen. Die Gebühr wird auf die physische Wohnung erhoben. Ob Sie einen Fernseher besitzen, 24/7 Netflix schauen oder nur Bücher lesen, ist juristisch irrelevant. Wenn die Wohnung existiert, zahlt jemand dafür.

Ignorieren Sie diese Briefe niemals!

Viele Expats halten die ersten GEZ-Briefe für Betrug oder ein optionales Abo und werfen sie weg. Die GEZ gibt niemals auf. Sie schlägt automatisch Säumniszuschläge auf. Ignorieren Sie die Briefe für 6 bis 12 Monate, hat die Behörde das Recht, Ihr Bankkonto (Kontopfändung) komplett einzufrieren oder einen Gerichtsvollzieher an Ihren Arbeitsplatz zu schicken.


2. Wie viel kostet es und wer zahlt?

Der Rundfunkbeitrag beträgt exakt 18,36 € pro Monat. Abgerechnet wird standardmäßig vierteljährlich. Sie zahlen also 55,08 € alle drei Monate.

Die goldene Regel: Eine Wohnung = Eine Gebühr

Da die Gebühr an die Wohnung gebunden ist, wird sie nur einmal pro Haushalt fällig. Eine Einzelperson im 1-Zimmer-Apartment zahlt 18,36 €. Eine 6-köpfige Familie in einer Villa zahlt insgesamt ebenfalls nur 18,36 €.

Deep Dive: Das WG-Chaos (Wohngemeinschaft) lösen

Diese Regel sorgt bei Expats, die in WGs ziehen, für absolute Verwirrung. Wenn Sie zu viert wohnen, zahlen Sie nicht 4 x 18,36 €.

  1. Eine Person übernimmt die Anmeldung, registriert ihren Namen beim Beitragsservice und zahlt die vollen 18,36 €/Monat. Diese Person erhält die 9-stellige Beitragsnummer.
  2. Da das Bürgeramt jeden neuen Bewohner automatisch an die GEZ meldet, erhalten die anderen drei Mitbewohner weiterhin drohende Mahnschreiben.
  3. Um diese Briefe zu stoppen, gehen die drei Mitbewohner auf die GEZ-Website und wählen die Option: "Eine andere Person zahlt bereits den Rundfunkbeitrag für diese Wohnung." Sie tragen dort die Beitragsnummer des Hauptzahlers ein.
  4. Das System verknüpft die Profile. Die Briefe stoppen.
  5. Sie überweisen dem Hauptzahler privat monatlich Ihren Anteil (4,59 €).

Die Falle: Der Hauptzahler zieht aus

Zieht die Hauptperson aus und meldet sich ab, schließt die GEZ dieses Konto. Sofort erhalten alle anderen wieder Rechnungen. Sie müssen sofort einen neuen Hauptzahler definieren und die Beitragsnummern neu verknüpfen. Das System denkt nicht mit!


3. So finden sie Sie (Der Registrierungsprozess)

Sie können sich nicht verstecken. Sobald Sie Ihre Adresse beim Rathaus anmelden (Anmeldung), ist das Bürgeramt gesetzlich gezwungen, Ihre Meldedaten (Name, Einzugsdatum, Adresse) an die GEZ weiterzuleiten.

1. Der Begrüßungsbrief

required

Ca. 2 bis 4 Wochen nach Ihrer Anmeldung landet der Brief im Briefkasten. Er fragt nach Ihren Zahlungsdaten oder ob bereits jemand für die Wohnung zahlt.

2. Online ausfüllen

critical

Füllen Sie nicht das Papierformular aus. Scannen Sie den QR-Code oder gehen Sie auf rundfunkbeitrag.de. Halten Sie Ihre IBAN bereit.

3. Das SEPA-Mandat einrichten

optional

Der sicherste Weg: Erteilen Sie ein SEPA-Lastschriftmandat. Die GEZ zieht die 55,08 € automatisch alle 3 Monate ab. Überweisen Sie manuell und vergessen es nur einmal, kassieren Sie sofort 8 € Strafgebühr.

Umzug innerhalb Deutschlands (Ummeldung)

Ziehen Sie um, meldet das Bürgeramt Ihre neue Adresse an die GEZ. Sie müssen sich aber trotzdem im GEZ-Portal einloggen und Ihre Daten aktualisieren. Ziehen Sie mit Ihrem Partner zusammen (und beide haben bisher GEZ gezahlt), müssen Sie zwingend eine Wohnung abmelden und die Beitragsnummern verknüpfen. Sonst bucht die GEZ weiterhin bei beiden doppelt ab. Sie zahlt rückwirkend nichts zurück!


4. Befreiungen: Wer zahlt nicht?

Der Staat gewährt strikt definierte Ausnahmen (Befreiung oder Ermäßigung). Diese passieren niemals automatisch. Sie müssen sie online beantragen und Beweise hochladen.

  • Bürgergeld & Sozialhilfe: Wer staatliche Leistungen (Bürgergeld, Grundsicherung) bezieht, ist zu 100 % befreit. Bescheid des Jobcenters hochladen.
  • Studenten mit BAföG: Erhalten Sie staatliches BAföG, sind Sie befreit.
    • (Achtung Expats: Internationale Studenten ohne deutsches BAföG MÜSSEN voll zahlen! Der Studentenstatus allein befreit Sie nicht).
  • Schwerbehinderung: Menschen mit Merkzeichen "RF" im Schwerbehindertenausweis zahlen ermäßigte 6,12 €. Taubblinde sind komplett befreit.

5. Auswanderung: Die GEZ bei Ausreise kündigen

Der absolute Horror für Expats: Sie ziehen zurück in die USA, vergessen die GEZ zu kündigen, und kommen 5 Jahre später am Flughafen in Frankfurt an, wo ein Inkassoverfahren über 1.500 € auf sie wartet.

Die GEZ weiß nicht, dass Sie das Land verlassen haben. Selbst Ihre Abmeldung beim Bürgeramt reicht oft nicht aus, um das Konto bei der GEZ endgültig zu schließen.

So kündigen Sie rechtswirksam:

  1. Gehen Sie kurz vor Abflug zum Bürgeramt und holen Sie die behördliche Abmeldebescheinigung.
  2. Gehen Sie auf rundfunkbeitrag.de > "Wohnung abmelden".
  3. Wählen Sie den Grund: "Ich ziehe dauerhaft ins Ausland".
  4. Laden Sie einen sauberen Scan Ihrer amtlichen Abmeldebescheinigung hoch.
  5. Speichern Sie die Bestätigungs-Mail. Schließen Sie Ihr deutsches Bankkonto erst, wenn die letzte, anteilige GEZ-Rate abgebucht wurde.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

General Information & Legal Notice

The information provided in this article is for general educational purposes only and reflects our 11+ years of experience helping expats navigate German bureaucracy. It does not constitute formal legal, tax, or professional advice.

While we strive to keep our content accurate and up-to-date, immigration laws, tax regulations, and administrative processes in Germany change frequently. We are not lawyers or registered tax advisors. For individual cases, complex legal issues, or specific tax situations, we strongly recommend consulting a qualified German lawyer (Rechtsanwalt) or a certified tax advisor (Steuerberater).

Oliver Frankfurth

Über Oliver

Gründer von expats.de, ehemaliger Bankfachwirt (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung im Bankwesen und zertifizierter §34d Versicherungsmakler. Seit 2014 hat Oliver über 10.000 Expats geholfen. Olivers ganze Geschichte lesen →

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