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Kurzzusammenfassung
In Deutschland müssen Sie Ihren Chef nicht anflehen, wenn Sie mit Fieber im Bett liegen. Das Entgeltfortzahlungsgesetz garantiert Ihnen eines der stärksten arbeitsrechtlichen Sicherheitsnetze der Welt: Wenn Sie krank werden, MUSS der Arbeitgeber Ihnen 100 % Ihres Gehalts für bis zu 6 Wochen weiterzahlen. Aber das deutsche System ist gnadenlos präzise. Wer das korrekte Protokoll der Krankschreibung missachtet, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ignoriert oder vertragliche Fristen versäumt, riskiert eine formelle Abmahnung. Dieser Guide für 2026 zeigt Ihnen exakt, wie Sie sich legal krankmelden, Ihr Einkommen sichern und was passiert, wenn die Krankenkasse nach 6 Wochen die Zahlungen übernimmt.

« German bureaucracy is rigid but predictable. Treating your applications like legal documents rather than marketing flyers is the secret to getting a fast YES from any German office. »
1. Die 6-Wochen-Regel: Lohnfortzahlung
Kommen Sie aus den USA (wo Krankheitstage vom Urlaub abgehen), wirkt das deutsche System utopisch.
Wenn Sie ein regulärer Angestellter sind (Vollzeit, Teilzeit, Werkstudent), schützt Sie das Entgeltfortzahlungsgesetz. Ihr Arbeitgeber zahlt bei Krankheit 100 % Ihres regulären Bruttogehalts für bis zu 42 Kalendertage (6 Wochen) ununterbrochen weiter (für dieselbe Krankheit).
Die 4-Wochen-Einstiegs-Hürde
Das Gesetz hat eine strikte Sperrfrist:
- Der Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber greift erst, wenn Sie exakt vier Wochen ununterbrochen im neuen Unternehmen gearbeitet haben.
- Was passiert in den ersten 4 Wochen? Werden Sie an Tag 3 im neuen Job krank, zahlt die Firma nichts. Stattdessen springt sofort Ihre Krankenkasse (z.B. TK) ein und zahlt Ihnen Krankengeld. Sie stehen nicht ohne Geld da, aber die Quelle ändert sich.
Der hartnäckigste Expat-Mythos: Die Probezeit
Tausende Expats glauben, sie dürften sich während der 6-monatigen Probezeit (Probezeit) nicht krankmelden, sonst würden sie sofort gefeuert. Das ist falsch. Nach den ersten 4 Wochen haben Sie das exakt gleiche Recht auf Lohnfortzahlung wie ein Veteran. Zwar darf die Firma Sie in der Probezeit grundlos kündigen, aber seriöse Konzerne feuern niemanden wegen einer echten Grippe. Ein Mitarbeiter, der das halbe Team im Großraumbüro mit Corona ansteckt, wird deutlich schneller gefeuert als jemand, der sich drei Tage zu Hause auskuriert.
2. Der juristische Ablauf der Krankmeldung
Fehler in diesem Ablauf bedeuten Vertragsbruch (Abmahnung).
1. Krankmeldung beim Chef (Sofort)
criticalMelden Sie sich vor offiziellem Arbeitsbeginn bei HR oder Ihrem Manager. Eine kurze E-Mail oder Slack-Nachricht reicht: "Ich bin heute krank und kann nicht arbeiten." Gesetzliche Grenze: Sie müssen NIEMALS sagen, was Sie haben. Deutsche Datenschutzgesetze verbieten es dem Chef, nach Ihren Symptomen zu fragen.
2. Die 3-Tage-Regel vs. Ihr Arbeitsvertrag
requiredDas allgemeine Gesetz sagt: Sie dürfen 3 Kalendertage ohne Arztattest krank sein. Ab dem 4. Tag brauchen Sie den Arzt.
Die tödliche Vertragsfalle: Arbeitgeber dürfen diese Regel im Arbeitsvertrag verschärfen. Ca. 40 % der Verträge fordern eine offizielle Krankschreibung ab dem ersten Tag. Prüfen Sie jetzt Ihren Vertrag! Steht dort "ab dem 1. Tag", müssen Sie sich trotz Fieber sofort zum Arzt schleppen oder Telemedizin nutzen.
3. Das Attest (Die eAU)
criticalGehen Sie zum Hausarzt. Dieser bestätigt Ihre Arbeitsunfähigkeit (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung / AU).
Vorsicht: Wochenende!
Das Gesetz zählt Kalendertage. Sind Sie Freitag krank und montags immer noch, ist Montag bereits Tag 4. Sie müssen montags zwingend ein Arztattest vorlegen, das die Krankheit bestätigt.
3. Die eAU (Elektronische Krankschreibung) 2026
Der berüchtigte "Gelbe Schein", den man per Post zur Arbeit schicken musste, ist tot.
Der moderne Workflow für gesetzlich Versicherte (GKV):
- Sie gehen zum Arzt und zeigen Ihre Versicherungskarte (z.B. TK).
- Der Arzt loggt Ihre Krankschreibung digital im Praxis-System ein.
- Das System überträgt das Attest verschlüsselt an Ihre Krankenkasse.
- Ihre Pflicht: Schreiben Sie HR: "Ich war beim Arzt. Meine eAU liegt vor. Ich bin bis Mittwoch krankgeschrieben."
- Die HR-Software (DATEV, Personio) ruft das Attest automatisch von den Servern der Krankenkasse ab.
Wichtig: HR sieht auf dem digitalen Attest keinen Diagnosecode. Sie sehen nur die exakten Fehltage.
Privatpatienten müssen manuell arbeiten
Sind Sie Privatversichert (PKV), funktioniert der eAU-Zauber nicht. Private Kassen sind nicht ans Netzwerk angeschlossen. Sie bekommen beim Arzt weiterhin einen Papierzettel, den Sie fotografieren und selbst per E-Mail an HR schicken müssen.
4. Was passiert nach 6 Wochen (Krankengeld)?
Erleiden Sie einen Burnout oder brechen sich das Bein und fallen monatelang aus, endet die Gehaltszahlung des Chefs nach exakt 6 Wochen (für dieselbe Krankheit).
Ab Tag 43 springt der Staat ein. Ihre Krankenkasse zahlt Krankengeld.
- Der Betrag: 70 % Ihres Bruttogehalts (aber maximal 90 % des Nettogehalts). Bei sehr hohen Gehältern greift ein absoluter Deckel von ca. 120 € netto am Tag.
- Die Dauer: Sie können dieses Krankengeld für maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren beziehen.
- Der Prozess: Fließend. Die TK oder Barmer schreibt Sie automatisch an, wenn die 6 Wochen drohen abzulaufen, und sendet Ihnen die Formulare direkt in die App.
5. Krank im Urlaub? Urlaub zurückholen!
Ein Feature, das Amerikaner in den Wahnsinn treibt: Wenn Sie im bezahlten Urlaub krank werden, verfallen Ihre Urlaubstage nicht.
Das Bundesurlaubsgesetz sagt: Urlaub dient der Erholung. Mit einer Lebensmittelvergiftung im Hotelzimmer in Italien erholen Sie sich nicht. Besorgen Sie sich vor Ort bei einem lokalen Arzt ein offizielles Attest über Ihre Krankheitstage und reichen Sie es bei HR ein. Das Gesetz verwandelt diese Urlaubstage in Krankheitstage. Die Firma muss Ihnen diese verpassten Urlaubstage wieder voll auf Ihr Konto gutschreiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Über Oliver
Gründer von expats.de, ehemaliger Bankfachwirt (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung im Bankwesen und zertifizierter §34d Versicherungsmakler. Seit 2014 hat Oliver über 10.000 Expats geholfen. Olivers ganze Geschichte lesen →
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